Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren wird eingeleitet zur Ermittlung von Straftaten, das sind Vergehen oder Verbrechen, für die ein Gesetz eine Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vorsieht. Eine Geldbuße ist keine Strafe.

1. Strafanzeige

Eine Strafanzeige ist die Mitteilung eines Sachverhaltes, der nach Meinung des Anzeigenden Anlass für eine Strafverfolgung bietet. Wer im guten Glauben eine Strafanzeige erstattet hat, macht sich nicht schadensersatzpflichtig, wenn sich die Behauptung als unrichtig oder als unaufklärbar erweist. Wer dagegen weiß, dass seine Mitteilung unwahr einen anderen mit dem Vorwurf einer Straftat belastet, begeht eine neue Straftat, die falsche Verdächtigung, § 164 StGB.

2. Strafantrag

Der Strafantrag ist die ausdrückliche oder durch Auslegung zu ermittelnde Erklärung des nach dem Gesetz zum Strafantrag Befugten, dass er die Strafverfolgung wünsche. Er ist Prozessvoraussetzung. Ist also bestimmt, dass die Tat nur auf Antrag verfolgt wird, und fehlt dieser Antrag, kann eine strafrechtliche Ahndung nicht erfolgen.

Diese Delikte heißen Antragsdelikte. Ihnen stehen gegenüber die Offizialdelikte, das sind Taten, die immer von Amts wegen zu verfolgen sind. Dazwischen gibt es auch Delikte, die nur unter bestimmten Voraussetzungen Antragsdelikte sind (relative Antragsdelikte), und solche, bei denen die Strafverfolgung grundsätzlich nur auf Antrag erfolgt, jedoch die Staatsanwaltschaft das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung erklären kann.

3. Zwischenverfahren

Nachdem die Staatsanwaltschaft mit den Akten die Anklageschrift eingereicht hat, nimmt das Gericht eine Vorprüfung vor, um zu entscheiden, ob die Anklage zugelassen werden soll (§ 199 StPO). Die Verteidigung erhält dazu jetzt Gelegenheit zur Stellungnahme (§ 201 StPO). 

Das Gericht entscheidet dann überEröffnung des Hauptverfahrens, § 203, § 207 StPO oder Anordnungen zur weiteren Beweiserhebung, § 202 StPO, oder Ablehnung des Hauptverfahrens § 204 StPO.

4. Strafbefehlsverfahren

Im Strafbefehlsverfahren hat die Staatsanwaltschaft statt einer Anklageschrift einen Strafbefehlsantrag dem Gericht vorgelegt. Hier erfolgt eine schriftliche Entscheidung (der Strafbefehl) ohne Hauptverhandlung (§ 407, § 408 StPO).